Die Geschichte der Kent School
Kent School - Waldniel-Hostert
Durch Spendengelder der Einwohner und eine grosszüge Stiftung der der Geschwister Wix aus Hostert an den Franziskanerorden -unter der Bedingung eine Kirche zu bauen - wurde in nur zwei Jahren das St. Josefsheim Waldniel errichtet. Die Kapelle des St. Josefsheims, wurde 1912 eingeweiht und 1913 wurde die Anlage mit Kirche, Verwaltungstrakt, Schule und zwei weiteren Blöcken fertiggestellt.
Um bis zu 600 männliche Hilfsbedürftige, teils schwerst- und geistig behindert - kümmerten sich die Franziskanerbrüder. Ihren Fähigkeiten entsprechend wurde ihnen Arbeit auf dem Bauernhof oder in den zahlreichen Werkstätten zugewiesen, denn das Josefshaus versorgte sich selbst.. Die Einrichtung wurde von der Gemeinde sehr geschätzt.
Zwischen 1935 und 1937 musste der Orden wegen Devisenvergehen, welche die Nationalsozialisten durch eine Lawine von Prozessen in Gang brachten um die katholische Kirche und ihre Gliederung zu schwächen, hohe Geldstrafen zahlen. Auch wurden mehrere Brüder in den Koblenzer Prozessen wegen Sittlichkeitsdelikte verurteilt und der Staat finanzierte daraufhin nicht mehr den Aufenthalt von Schutzbefohlenen in Hostert. Der Orden war gezwungen Konkurs anzumelden und am 23. Mai 1937 verliessen die letzten Brüder das Haus...
Aus der Konkursmasse erwarb die Rheinprovinz im Jahr 1937 Waldniel-Hostert und führte sie als Zweigstelle der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Süchteln-Johannistal. Sie richteten in den Kriegsjahren in einem der Gebäude zum Zwecke der "Kindereuthanasie" eine "Kinderfachabteilung" ein, in der geistig behinderte Kinder ermordet werden sollten. Insgesamt starben 500 Menschen in der Anstalt und 1044 Menschen wurden in andere Anstalten verlegt, wo sie dann umkamen. Auf weitere Details gehe ich hier lieber nicht ein...
Im Jahre 1952 wurde die Enteignung des Ordens rückgängig gemacht und die Franziskanerbrüder konnten Hostert von der Provinzial zurückkaufen. Sie waren aber nicht mehr in der Lage das St. Josefsheim wie früher zu führen und darum verkauften sie 1955 die Gebäude an den Bund. Dieser vermietete sie an die Engländer, die sie fast vierzig Jahre nutzten.
Ab dem 10. September 1963 wurde die Anlage als britische Schule genutzt. Es wurde wieder gebaut, zwei Turnhallen, eine Aula und eine Mensa. In der Kent-School wurden 1400 Jugendliche unterrichtet und 270 davon lebten dort im Internat.
Im Sommer 1991 endete die Nutzung als britische Schule von Waldniel-Hostert infolge der allgemeinen Reduzierung der militärischen Einrichtungen. Der Bund bot die Liegenschaft einschliesslich der Kapelle zum Kauf an... Fast alle Gebäude werden seitdem nicht mehr genutzt und verfallen allmählich durch Vandalismus und durch das eindringendes Regenwasser. Die Gebäude sollen durch Kellergänge miteinander verbunden sein...
Es fanden sich später verschiedene Investoren und es gab große Pläne wie eine Gastronomie in der ehemaligen Kirche und dem anschließenden Verwaltungsblock, einem Reiterhotel, einer Wellness-Oase etc., aber verwirklicht wurde bis heute davon nichts. Im November 2006 wurde dann die Zwangsversteigerung durchgeführt . Der derzeitige Eigentümer suchte nach einem Investor, aber leider vergeblich und will jetzt das Gelände verkaufen.
Es heisst, dass Kindererscheinungen in den Fenstern zu sehen sind. Schreie die nachts bis in die Nachbarschaft zu hören sein sollen werden den gequälten und ermordeten Kindern zugeschrieben...
Einiges aus der Vergangenheit der Kent School wird evtl. noch im Verborgenen liegen und ich kann mir schon vorstellen, dass die ruhelosen Seelen der ermordeten Kinder dort umherirren...
Quelle:www.waldniel-hostert.de
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